Zeit 10.02.2026
10:14 Uhr

(+) Hirnforschung: "Das jugendliche Gehirn ist wie ein Rennauto mit Fahrradbremsen"


Das Gehirn eines Teenagers ist besonders verletzlich: Der Umbau zu einer selbstständigen Person erfolgt. Aber auch viele psychische Krankheiten haben hier ihren Ursprung.

(+) Hirnforschung:
Zwischen 14 und 24 Jahren durchläuft unser Hirn seine finale Großbaustelle – dabei entscheidet sich, wie wir denken, fühlen und unseren Platz in der Welt finden. Eine Phase, die nicht nur nervenaufreibend ist, sagt die Neurowissenschaftlerin Nora Raschle. Sie erforscht, wie empfindlich das Hirn in dieser Zeit für Reize von außen ist und sich beeinflussen lässt. Und was das für Kreativität, Mut und gesellschaftliche Veränderung heißt. DIE ZEIT: Frau Raschle, worin sind junge Menschen besser als Erwachsene? Nora Raschle: In vielen Bereichen. Vor allem, was Offenheit und Veränderungsbereitschaft angeht. Jugendliche sind interessiert, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, Dinge auszuprobieren und Veränderung zuzulassen. Sie sind motiviert, sich einzumischen, auf die Straße zu gehen und für ihre Zukunft zu protestieren – selbst wenn der Erfolg ungewiss ist. In der Jugend ist diese intrinsische Motivation besonders ausgeprägt. Erwachsene sind oft stärker reguliert, manchmal auch vorsichtiger oder um es pessimistisch auszudrücken: resignierter.