Zeit 06.02.2026
07:46 Uhr

(+) Hirnforschung: Das Geheimnis des Ikea-Regals


Wer sich anstrengt, um etwas zu erreichen, ist danach besonders froh. Trotzdem neigen viele Menschen zur Faulheit. Was die Forschung über den Ikea-Effekt weiß.

(+) Hirnforschung: Das Geheimnis des Ikea-Regals
Es ist paradox: Der Mensch liebt den Weg des geringsten Widerstands. Wer effizient zum Ziel kommt, gilt als besonders clever. Andererseits sind Menschen besonders froh, wenn sie sich anstrengen mussten, um etwas zu erreichen. Warum sonst würde jemand Marathon laufen oder den Zauberberg lesen? Mühe veredelt das Erreichte. Wie genau, haben jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Stanford University in den USA herausgefunden: Sie haben die Biochemie des Ikea-Effekts entschlüsselt. Ikea-Effekt – so hatten Forscher vor einigen Jahren das Phänomen genannt, dass Menschen Selbstzusammengeschraubtes wertvoller finden als fertig Gekauftes. Damals hatte ein Team um den Psychologen Dan Ariely von der Duke University Studierende eine Box zusammenbauen lassen. Eine andere Gruppe bekam eine fertig montierte Kiste. Die Schrauber waren danach bereit, mehr für die Box zu zahlen als die Nichtschrauber. Und als die Probanden Origami-Kraniche und -Frösche falten mussten, waren den Bastlern ihre Schöpfungen mehr Geld wert als Unbeteiligten. Letztere, so berichteten die Forscher, sahen in den "amateurhaften Kreationen beinah wertloses, verknittertes Papier". Wer selbst gefalzt und geknickt hatte, fand sein Werk dagegen fast so wertvoll wie andere Testpersonen Papiertiere, die von Profis gefaltet worden waren.