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07.12.2025
14:40 Uhr
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Die Stimmung: deprimierend. Ansonsten viel Sex, viel Elend, viele Zecken. Ein Roman aus dem AfD-Milieu zeigt: Auch Neurechte sind manchmal traurige Gestalten.

Der namenlose Protagonist des Romans Herrengedeck arbeitet für die AfD im Dresdener Landtag – seine Nächte verbringt er in einem Delirium aus Schlaflosigkeit, erschütternden Hustenanfällen und kastenweisem Verbrauch von Bieren der Marke Felsenkeller. Und das ist schon erstaunlich: Melancholie und Niedergeschlagenheit sind nicht die Stimmungslagen, die man gerade mit der Neuen Rechten verbindet. Die Gründungsmesse der "Generation Deutschland", der neuen Jugendorganisation der AfD, in Gießen verströmte nichts als wuchtige Siegesgewissheit – mit und wegen, nicht trotz ihrer Radikalität. Es war eine Feier der "Mosaikrechten", der Umarmung von Partei und rechtsextremer Vorfeldorganisationen wie Burschenschaftern, den Identitären oder dem Verein Ein Prozent.