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19.11.2025
20:31 Uhr
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Hendrik Streeck fragt, ob eine 100-jährige Krebspatientin noch teuerste Medikamente erhalten soll. Wer darauf nur moralisch empört reagiert, macht es sich zu leicht.

Ein Aufschrei folgte, als der CDU-Politiker Hendrik Streeck in einer Talkshow folgenden Gedanken formulierte: ob eine fiktive 100-jährige Krebspatientin noch teuerste Medikamente erhalten solle. Regierung und Gesundheitsministerium distanzierten sich rasch. Sicher, Streecks Beispiel ist mehr als unglücklich gewählt. Jeder Patient hat Anspruch auf bestmögliche Versorgung – unabhängig von Alter und Kosten. Im Grundgesetz steht die Menschenwürde an erster Stelle. Wer auf Streeck aber nur mit moralischer Empörung reagiert, macht es sich zu leicht. Sein ungelenker Vorstoß wirft Fragen auf, die diskutiert werden müssen: Was ist am Lebensende das Beste? Wie sorgen wir dafür, dass jeder es bekommt – in einer alternden Gesellschaft, bei knappen Ressourcen?