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12.01.2026
13:02 Uhr
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Zur Weisheit gehört für Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny Unsicherheit. Vielleicht weil sie als Kind den Krieg erlebte und lernte, dass alles anders kommen kann.

DIE ZEIT: Frau Nowotny, Zukunft braucht Weisheit haben Sie Ihre intellektuelle Biografie genannt. Von einer Wissenschaftsforscherin würde man doch eher ein Plädoyer für mehr Wissen erwarten. Wieso Weisheit? Helga Nowotny: Weisheit geht über Wissen hinaus. Denn Weisheit bedeutet, nicht nur zu wissen, wie etwas funktioniert, sondern auch zu wissen, dass sich die Dinge unerwartet ändern können – und wie man damit umgeht. Auch in veränderten Umständen sein Wissen einsetzen zu können, aus Erfahrungen zu lernen und sie auf neue Situationen zu übertragen – all das hat für mich mit Weisheit zu tun.