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03.03.2026
15:57 Uhr
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Als käme der Dramatiker aus der Zukunft: In einem jetzt erst aufgetauchten Notizbuch aus dem Jahr 1945 funkeln uns die Gedanken seines 16-jährigen Ichs entgegen.

Nachts, wenn wir in die Sterne schauen, dann verlassen unsere Augen die Gegenwart, denn das Licht, das uns da aus dem Universum entgegenstrahlt, hat Jahrzehnte gebraucht, um zu uns zu gelangen. Sterne leuchten in die Zukunft. Aus dem Jahre 1945 ist uns nach einer langen Reise durch Raum und Zeit jetzt ein kleines rotes Notizbuch erschienen, dessen Inhalt uns aus der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Sinn und Form (1/2026) in Auszügen entgegenfunkelt. Es sind Notizen von Heiner Müller, dem geschichtsbesessenen Dramatiker, von dem wir nach der Lektüre dieser Aufzeichnungen von 1945 wissen, dass er nicht erst zu Lebzeiten der DDR größer dachte als sein Staat, sondern auch schon vor dessen Gründung. Oben leuchten die Sterne, und unten: da leuchtete er.