|
26.01.2026
17:34 Uhr
|
In der Hamburger HafenCity sollte längst ein Dokumentationszentrum für deportierte NS-Opfer stehen. Seit Jahren stockt der Bau – und liegt nun wieder auf Eis.

Mitten in der HafenCity, dort, wo heute der Lohsepark liegt, befand sich einst der Hannoversche Bahnhof. Bis zur Eröffnung des Hauptbahnhofs im Jahr 1906 kamen dort alle Personenzüge aus dem Süden an. Danach wurde der Kopfbahnhof für den Güterverkehr genutzt. Zwischen 1940 und 1945 deportierten die Nationalsozialisten von hier aus mehr als 8000 Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Die Züge fuhren in Ghettos und Konzentrationslager; nur wenige Hundert der Deportierten überlebten. Neben einer Gedenkstätte im Lohsepark, die seit 2017 mit Tafeln entlang der historischen Gleisverläufe an die Opfer der NS-Verbrechen erinnert, ist seit vielen Jahren auch ein Dokumentationszentrum geplant. In einer Dauerausstellung sollen dort Hintergründe und Zusammenhänge der Deportationen erläutert werden. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2012/2013 vorgesehen. Fast zehn Jahre lang suchte die Stadt nach einem Grundstück und einem Investor, der das Gebäude errichten würde. Dann schien eine Lösung gefunden: Das Dokumentationszentrum sollte im Erdgeschoss eines an den Lohsepark grenzenden Bürogebäudes unterkommen, das der Hamburger Investor Harm Müller-Streer bauen ließ.