Zeit 03.01.2026
13:04 Uhr

(+) Hamburg: Man muss die Chance auch als Krise sehen


Keine Frage, es war ein gutes Jahr für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher – trotz mehrerer Fehleinschätzungen. Höchste Zeit für ein paar Neujahrsvorsätze.

(+) Hamburg: Man muss die Chance auch als Krise sehen
Das Verflixte an Krisen ist, sie kündigen sich selten an. Eben war der Himmel noch blau, schon ist man bis auf die Unterhose nass. Halt, würde Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) aber bereits an dieser Stelle rufen, Krisen? Welche Krisen? Die gab es, wenn es nach ihm geht, im Jahr 2025 in Hamburg nicht, und sie kommen unter seiner Führung natürlich auch in Zukunft nicht vor. Schon das Wort mag er gar nicht. Das ist verständlich. Aber dunkle Wolken verschwinden nicht dadurch, dass man sie nicht sehen will. Im Oktober setzte eine Initiative per Volksabstimmung durch, dass Hamburg fünf Jahre früher als geplant, schon 2040, klimaneutral sein soll. Ein halbes Jahr nach der Bürgerschaftswahl, deren Ergebnis Peter Tschentscher noch als breite Bestätigung seines politischen Kurses lesen konnte, erklärt sich also ein großer Teil der Bevölkerung für nicht einverstanden mit der Klimapolitik des Senats. Die Sorge um das Klima und um die Zukunft Hamburgs ist offensichtlich groß – zu groß, um sie zu ignorieren. Tschentschers erste Reaktion nach der Entscheidung im Oktober aber lautete: Erst mal ändern wir gar nichts.