Zeit 19.11.2025
20:01 Uhr

(+) Häusliche Gewalt: Mein Leben danach


Ihre Kindheit war von Gewalt bestimmt. Durch eine scheinbar alltägliche Situation wird Maike an ihr Trauma erinnert. Wie sie gelernt hat, damit umzugehen.

(+) Häusliche Gewalt: Mein Leben danach
Maike*, 27: Vor Kurzem fuhren mein Freund und ich spätabends mit dem Auto durch die Hamburger Innenstadt. Wir waren auf dem Weg nach Hause und schon fast am Ziel, als wir am Straßenrand einen dunklen Mercedes mit Warnblinker stehen sahen. Davor zwei Kinder, vielleicht fünf und sieben Jahre alt. Im langsamen Vorbeifahren sah ich die entsetzliche Angst in ihren Gesichtern. Ich folgte ihren Blicken: Auf der anderen Straßenseite rangen ein Mann und eine Frau, wohl die Eltern der beiden, miteinander und zerrten aneinander herum. Der Mann schrie die Frau laut an. Was genau er schrie, konnten wir nicht verstehen, doch dass er wütend war, aggressiv, das sahen wir sofort. Dann schubste er sie. Mein Freund stieg aus, zwei weitere Passanten riefen dem Mann zu, er solle sich beruhigen – einmal, zweimal, bis dieser endlich von seiner Frau abließ und beide in Richtung Auto gingen. Die Frau redete noch beruhigend auf die Kinder ein, dann stiegen alle ein und fuhren davon.