Zeit 15.12.2025
15:41 Uhr

(+) "Gratin de cardons": Aussen dornig, innen zart


In Genf kommt zu Weihnachten ein Käseauflauf mit einem besonderen Gemüse auf den Tisch. Unsere Food-Kolumnistin ist begeistert.

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Während der Feiertage kommt in Haushalten und Restaurants im Kanton Genf ein außergewöhnlicher Käsegratin auf den Teller: der "Gratin de cardons". Der Cardon, auch Kardy genannt, ist mit der Artischocke verwandt und soll im späten 17. Jahrhundert von den französischen Hugenotten in die Schweiz gebracht worden sein, die vor religiöser Verfolgung fliehen mussten. Laut der Historikerin Isabelle Brunier ist jedoch dokumentiert, dass der Cardon bereits ein Jahrhundert zuvor, im Jahr 1566, in Genf serviert wurde. Jedenfalls hat sich der stachlige Cardon in Genf in der Zwischenzeit als Spezialität etabliert. Er ist das bisher einzige Gemüse in der Schweiz, das eine AOP-Auszeichnung (Appellation d’Origine Protégée) erhalten hat, das Qualitätssiegel für traditionelle Schweizer Produkte aus einer bestimmten Region.