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12.01.2026
12:13 Uhr
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Der große Golden-Globes-Gewinnerfilm "One Battle After Another" ist ein Aufschrei gegen die US-Abschiebepolitik. Warum bleibt Amerikas Filmprominenz bei der Gala stumm?

Jedes Jahr, wenn in Los Angeles die roten Teppiche ausgerollt werden und die Award Season beginnt, stellt sich wieder die Frage: Wie politisch soll, darf, ja, muss so eine Preisverleihung sein? Für die Gala der Golden Globes, die am Sonntagabend zum 83. Mal verliehen wurden, galt dies ganz besonders. Fand sie doch nur Tage nach der Tötung von Renee Good durch einen ICE-Beamten in Minneapolis statt. Aber lautstarken Protest suchte man an diesem Abend vergeblich, kein Wort zu Renee Good, kein Wort zu ICE, nicht einmal der Name Rob Reiner fiel. Der berühmte Hollywood-Regisseur war im Dezember gemeinsam mit seiner Frau tot aufgefunden worden, der gemeinsame Sohn steht unter Mordanklage – politische Brisanz hatte der Fall dadurch erhalten, dass US-Präsident Donald Trump den Toten auf seiner Plattform als verrückt bezeichnet hatte. Ebenfalls kein Thema: die verheerenden Brände, die vor genau einem Jahr L. A. verwüstet hatten, mehrere Tote gefordert und die Häuser von Zehntausenden verwüstet oder zerstört.