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21.12.2025
06:32 Uhr
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Vor 650 Jahren starb Giovanni Boccaccio. Nun lässt sich der Autor der Novellensammlung "Decamerone" in drei Büchern neu entdecken. Und man sieht, wie heutig er ist.

Zu den größten Profiteuren der Pandemie zählte ein italienischer Kaufmannssohn, der meist in Florenz lebte, aber als junger Mann lange in einer Bankniederlassung in Neapel gearbeitet hat: Giovanni Boccaccio. Seine Ware war plötzlich weltweit gefragt, denn er bot eine preiswerte Therapie: Trost und Ablenkung. Neben Albert Camus mit seinem Roman Die Pest hatte dieser Italiener mit seiner berühmten Novellensammlung, dem Decamerone, plötzlich wieder Lektüre-Konjunktur. Denn die 100 Novellen Boccaccios waren eine Reaktion auf eine andere Pandemie vor einigen Jahrhunderten – deren tödliche Folgen wurden hier ebenso geschildert wie virtuose erzählerische Verwandlungen der Schrecknisse gefunden.