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25.12.2025
16:09 Uhr
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Gewaltfreie Kommunikation ist ein super Konzept. Doch in einer Welt, in der sich alle ständig gesehen und gehört fühlen wollen, fehlt vor allem eins: Klartext.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 52/2025. Wenn meine Freunde etwas scheiße finden, das ich gemacht habe, sagen sie in der Regel nicht: "Marie, das fand ich scheiße." Sie sagen stattdessen: "Marie, ich merke, dass das ein nicht so schönes Gefühl in mir auslöst. Das kann auch total bei mir liegen, ich habe ja eh ein Problem damit, meinen Selbstwert zu sehr von der Bestätigung anderer abhängig zu machen. Aber ich würde mir wünschen, dass wir da in Zukunft gemeinsam darauf achten können." Warum? Weil es in meinem Umfeld ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass wir "gewaltfrei kommunizieren". Ich bin grundsätzlich Fan dieses Ansatzes. Mit ähnlichen Einschränkungen, wie ich Mitglied des Fußballzweitligisten Hertha BSC bin: Super, Teil des Vereins zu sein – alle sechs Wochen denke ich trotzdem über eine Kündigung nach.