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10.12.2025
20:31 Uhr
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Ausgrenzen, beschämen, grob anfassen – erstmals zeigt eine bundesweite Studie, wie sehr Gewalt in Kitas zum Alltag gehört. Was passieren muss, damit das aufhört.

Wecksituation. Fachkraft rüttelt mit Fuß das Kind wach. – Kind hat sich eingenässt, Fachkraft hat es in die Mitte vom Morgenkreis gestellt und es verbal erniedrigt. – Fachkraft hat Mund von Kind aufgemacht und ihm einen Löffel reingeschoben. – Kind wollte nicht vom Garten reinkommen. Fachkraft zieht das Kind am Arm hinterher. Auch als das Kind dabei hingefallen ist, weitergezogen. Solche Situationen landen bei Katrin Hentze auf dem Flipchart, wenn sie Erzieherinnen fragt, welches Fehlverhalten sie in ihrem Kitaalltag erleben oder bei früheren Arbeitsstellen beobachtet haben. Seit zehn Jahren kümmert sich Hentze um den Kinderschutz beim Kitaträger Fröbel. Sechs Kollegen und Kolleginnen arbeiten mit ihr daran, die 250 Fröbel-Kitas für Kinder sicher zu machen. Hentze informiert über Gewalt in Institutionen (Was ist eine Grenzverletzung? Was strafrechtlich relevant?), klärt auf über verletzende Verhaltensweisen von Anschreien bis Zwingen, und zeigt an Beispielen aus der Praxis, wie man einschreitet, wenn man einen Übergriff beobachtet. Was Hentze in ihren Fortbildungen bislang nicht bieten konnte: aktuelle Zahlen dazu, wie verbreitet Fehlverhalten und Gewalt durch Fachkräfte in deutschen Kitas eigentlich ist.