Zeit 21.11.2025
19:34 Uhr

(+) Geschichte des Make-ups: Schon schön


Schon Höhlenmenschen schienen sich zu schminken. Nur warum? Was Make-up seit jeher bedeutend macht, welche Paste Samurai tötete und wie die Läuse im Lippenstift landen.

(+) Geschichte des Make-ups: Schon schön
Tausende Frauen zogen 1912 in New York über die Fifth Avenue und forderten das Wahlrecht. Unter ihnen: Elizabeth Arden. Die Kosmetikunternehmerin verteilte Proben ihres leuchtend roten Lippenstifts Red Door an die marschierenden Frauen. Seither entzweit der Lippenstift den Feminismus: Macht der Stift die Frau zum Objekt, oder signalisiert er Selbstbestimmtheit und Stärke? Im Zweiten Weltkrieg entwarf Arden "Kriegsfarben", die den Durchhaltewillen der Amerikanerinnen stärken sollten: Victory Red und Patriot Red. Das Rot rettete auch die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Sie ging mit geschminkten Lippen zu Verhören des rumänischen Geheimdienstes Securitate. Das habe ihr geholfen, sich nicht aus der Hand zu geben. Das erste zum Stift geformte Lippenrot kam übrigens 1883 in Amsterdam auf den Markt. Es bestand aus Hirschtalg, Rizinusöl und Wachs, eingerollt in Seidenpapier – und wurde als "Würstchen" verlacht. Nicht zum Lachen: Echtes Karminrot E 120 wird aus weiblichen Cochenille-Läusen gewonnen. Für 50 Gramm Farbe benötigt man Zehntausende Läuse.