Zeit 02.12.2025
09:01 Uhr

(+) Geschenke für Kinder: "Eltern müssen ihre Kinder erziehen – aber nicht an Weihnachten"


Hilfe, mein Kind wünscht sich schon wieder eine Barbie! Eltern können richtig schenken, ohne sich dabei selbst zu verleugnen, sagt die Philosophin Barbara Bleisch.

(+) Geschenke für Kinder:
Soll ich den Kindern etwas vermeintlich pädagogisch Sinnvolles schenken oder einfach den Wunschzettel abarbeiten? Die Philosophin Barbara Bleisch plädiert in dieser Folge unserer Serie "Familienrat" für mehr Risiko beim Schenken und eine Aufgabenteilung zwischen den Eltern und den anderen Verwandten. DIE ZEIT: Ich will meiner Tochter zu Weihnachten ein paar schöne Kinderbücher schenken – statt der grauenvollen Barbie, die sie sich leider ganz dringend wünscht. Wie sollte ich mit diesem Zwiespalt umgehen? Barbara Bleisch: Lassen Sie mich zunächst etwas zum Schenken allgemein sagen. Dessen Sinn liegt für mich darin, die Beziehung zum Beschenkten zu stärken – und nicht etwa nur die Konsumwünsche des anderen zu erfüllen. Unter Erwachsenen ist es heute verbreitet zu sagen, "Wir schenken uns nichts" oder "Ich habe doch schon alles", was wohl ein Bekenntnis zu Bescheidenheit und gegen dekadenten Materialismus sein soll. Für mich klingt das eher nach fehlendem Mut oder sogar Faulheit. Ich bin da einer Meinung mit dem amerikanischen Philosophen Michael Sandel, der sagt: Zur Idee des Schenkens gehört, dass man dabei etwas riskiert.