Zeit 26.11.2025
18:37 Uhr

(+) Generaldebatte im Bundestag: Dreimal Merz und keine Lösung


Warum klingt Friedrich Merz plötzlich wie Olaf Scholz? Wie der Kanzler versucht, den Rentenstreit zu entschärfen – und dabei um seine Autorität kämpft.

(+) Generaldebatte im Bundestag: Dreimal Merz und keine Lösung
Friedrich Merz hat inmitten einer komplizierten Lage – die größten Baustellen heißen Ukraine, Rentenstreit, Wirtschaftskrise – drei wichtige, aber völlig unterschiedliche Reden gehalten. Zusammengenommen vermitteln sie einen guten Eindruck von den rhetorischen Werkzeugen, mit denen der Kanzler in der Krise dieser Tage seine Autorität zu wahren versucht. Manche funktionieren noch leidlich, andere nicht mehr. Mehrmals drehte der Kanzler die Stimmung im Raum, aber nur einmal zu seinen Gunsten. Der Reigen der Reden begann mit seinem Auftritt vor dem rebellierenden Parteinachwuchs auf dem Deutschlandtag der Jungen Union – eine desaströse Vorstellung, mit der der Kanzler seine eigene Lage vor anderthalb Wochen erheblich verschlechterte. Die Rentenkritiker, denen er bis dahin Unterstützung signalisiert hatte, kanzelte er ab. Es war eine Machtdemonstration, oder genauer: Es sollte eine sein. "Das kann doch wohl nicht euer Ernst sein", "So gewinnt man keine Wahlen", das sind die Sätze, die von diesem Auftritt bleiben werden. Es war ein einziger Rempler. Schroff, unversöhnlich und vor allem kontraproduktiv. Merz verlor nach freundlichem Empfang den Raum. Eisige Stille auf den Gesichtern, die Jungen festigten, auch empört von Merz' Auftritt, ihren Widerstand gegen das Rentenpaket.