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31.01.2026
18:03 Uhr
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Ihre Kinder haben keine Lust auf gemeinsame Mahlzeiten, und unsere Autorin versucht sich zu erinnern: Wozu soll der Familientisch noch mal gut sein?

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 05/2026. Eine Baustelle meines Familienlebens: Das zwölfjährige Kind kocht zweimal pro Tag äußerst fancy wirkende Mahlzeiten, die es auf Instagram entdeckt hat. Das Kind wirbelt in der Küche, hinterlässt beträchtliche Mengen Fettspritzer und nicht abgewaschenes Geschirr und schreitet dann mit einem Teller prachtvoll gefüllter Tacos durch eine Schneise der Verwüstung Richtung Kinderzimmer. Im Leben von Eltern gibt es ein paar gefühlte Wahrheiten, oder eher: unverrückbare Gebote, die das ohnehin herausfordernde Leben mit Kindern noch komplizierter machen. Eines dieser unverrückbaren Gebote ist: In Familien, die ihre Mahlzeiten nicht gemeinsam einnehmen, werden die Kinder zu emotional verarmten Erwachsenen herangezüchtet, die mit recht hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann cracksüchtig werden.