Zeit 14.12.2025
14:16 Uhr

(+) Gefängnisbuch von Nicolas Sarkozy: Mein liebes Tagebuch


Es ist ein historischer Augenblick. In Frankreichs Weihnachtsbestseller bestreitet Ex-Präsident Nicolas Sarkozy die Glaubwürdigkeit des Staates und seiner Justiz.

(+) Gefängnisbuch von Nicolas Sarkozy: Mein liebes Tagebuch
Ende September wurde der ehemalige Präsident Frankreichs in erster Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass zwei Mitarbeiter des damaligen französischen Innenministers Sarkozy im Auftrag ihres Chefs mit dem libyschen Geheimdienst Verhandlungen geführt haben, um dessen Präsidentschaftskampagne 2007 zu finanzieren. Der lange Rest dieser Geschichte dümpelt mangels stichhaltiger Beweise seit Jahren im Konjunktiv herum. Viele Millionen sollen in großen Geldkoffern nach Paris verbracht und dort in mannshohen Tresoren in einer Bank gebunkert worden sein. Ein französischer Ex-Minister soll sich von dem Geld eine teure Pariser Eigentumswohnung gekauft haben. Beweisstücke wurden erst für echt, dann wieder für unecht befunden. Der märchenhafte Staatsempfang des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi und seiner acht Kinder im Jahr 2007 inklusive einwöchigen Glamour-Campings im Beduinenzelt im Zentrum der französischen Hauptstadt (Ein Hauch von Orient in Paris titelten die Zeitungen damals) soll Teil dieses unerhörten Staatskomplotts gewesen sein. Die Verfilmung des Thrillers steht noch aus. Der Haftantritt musste sofort erfolgen. Das Berufungsverfahren wurde nicht abgewartet.