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20.02.2026
08:26 Uhr
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Die Artischocke ist stachelig und eigenwillig, gleichzeitig aber auch zart und grazil. Wäre da nicht dieses viele Putzen! Für diese Fregola lohnt sich die Arbeit.

Wenn Sie mich nach meinem Lieblingsgemüse fragen, bekommen Sie je nach Jahreszeit unterschiedliche Antworten. Im Frühling? Spargel, bitte pfundweise! Im Hochsommer? Tomaten, jeden Tag! Doch in ein Gemüse bin ich das ganze Jahr über verliebt: Artischocken! Italienisch, grazil, erotisch, eigenwillig. Bitter, stachelig, aber anziehend zugleich. Geschmacksexplosiv und so mühsam zu bearbeiten. Sie sehen, mir fällt zur Artischocke so einiges ein. Ihr gehört mein Herz wie einer edlen Duftrose! Im Februar tauchen bei meinem italienischen Gemüsehändler die ersten Carciofi auf. Und neulich war ich auf dem Münchner Viktualienmarkt, dort lagen nebeneinander schon wunderschöne französische und italienische Artischocken. Die französischen waren grün und rund, die italienischen eher länglich und violett. Stolze Preise hatten beide, ich kaufte sie trotzdem, ich wollte sie in meiner Küche geschmacklich vergleichen. So viel kann ich sagen: Die französischen artichauts waren viel fleischiger, ihr Artischockenboden derart dick, dass ich von einer schon richtig satt wurde.