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17.02.2026
19:09 Uhr
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Das deutsch-französische Verhältnis schwächelt und der Bundeskanzler sucht neue Partner in Europa. Seine Wahl: Giorgia Meloni. Aber wie tragfähig ist diese Verbindung?

Deutschlands und Europas Schicksal sind miteinander verwoben. In seiner Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz beschrieb Bundeskanzler Friedrich Merz das mit drastischen Worten: "Zerreißt es Europa, zerreißt Deutschland!" Um aber Europa zu stärken, braucht die deutsche Regierung Partner von Gewicht. Traditionellerweise blicken sie da nach Paris. Europa, so lautet der Gemeinplatz, kommt nur voran, wenn der deutsch-französische Motor läuft. Aber der brummt schon länger nicht mehr, er stottert, faucht und knallt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält zwar immer noch kraftvolle proeuropäische Reden. Es fehlt ihm allerdings die Gestaltungsmacht. Die französische Gesellschaft ist polarisiert, die Politik blockiert, der Schuldenberg des Staates immens. Und Macron ist nur noch eineinhalb Jahre im Amt. Wer auch immer ihm 2017 folgen wird – europäischer als Macron wird der nächste französische Präsident vermutlich nicht sein.