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19.11.2025
18:58 Uhr
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Der Rentenstreit offenbart die Schwächen des Systems Merz. In der CDU mehren sich die Stimmen, die fragen: Wie hätte Angela Merkel das gemacht?

Sieht so eine Kanzlerdämmerung aus? Am Montagmorgen nach seinem großen Renten-Showdown mit der Parteijugend begrüßte Friedrich Merz das Publikum des SZ-Wirtschaftsgipfels mit den Worten: "Wer hätte ahnen können, dass ich bei der Süddeutschen Zeitung einmal freundlicher begrüßt werden würde als bei der Jungen Union!" Die Stimme des Kanzlers war ein paar Etagen tiefer als sonst, heiser, angeschlagen, erkältet, sodass der selbstironische Witz ein bisschen kläglich klang. Gehen mir jetzt alle von der Fahne? Der Konflikt um die Zukunft der Rente hat erbarmungslos die Schwächen des Systems Merz offengelegt. Der Regierungschef stolpert über die vollmundigen Ankündigungen, die er selbst als Oppositionsführer gemacht hat, die versprochene klare Kante zerbröselt unter handwerklichen Fehlern, all das steht in krassem Widerspruch zu den täglichen Beteuerungen, man sei die letzte Patrone der Demokratie, und verdichtet sich nach sechs Monaten zur bangen Frage: Ist das jetzt schon wieder der Anfang vom Ende?