Zeit 14.02.2026
18:36 Uhr

(+) Friedrich Merz: Das Ende der Wutpolitik


Friedrich Merz' Rede bei der Sicherheitskonferenz ist nicht nur wegen ihres Selbstbewusstseins stark. Sondern wegen der Einsicht: Moral kann Macht nicht kompensieren.

(+) Friedrich Merz: Das Ende der Wutpolitik
Nationen sind kollektive psychische Systeme, die zwischen Stolz und Trostbedürftigkeit hin- und herschwanken. Als JD Vance den versammelten Staatenlenkern auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Jahr erklärte, dass Europa und die USA nicht mehr dieselben Werte teilten und der Sinn ihres Militärbündnisses mithin in der Luft hänge, hatte dies die Europäer kalt erwischt: Sie rangen abwechselnd um Luft und um Worte. Die Demütigung und die Kränkung saßen tief. Auch, weil ihnen nach dieser Ohrfeige durch den großen Bruder aufgrund der eigenen Schwäche nichts anderes übrig blieb, als die Wut in sich hineinzufressen. Und weniges fühlt sich so erbärmlich an wie die Mischung aus Ohnmacht und Wut.