Zeit 16.12.2025
06:07 Uhr

(+) Friedensverhandlungen in Berlin: Lohn des Risikos


Der Kanzler riskiert viel, um Europas Einfluss auf die Ukraineverhandlungen zu sichern. Und Merz schafft es, den Druck wieder auf den wahren Aggressor zu lenken.

(+) Friedensverhandlungen in Berlin: Lohn des Risikos
Es könnte sein, dass die Kanzlerschaft von Friedrich Merz auf entscheidende Tage zusteuert. Der Bundeskanzler ist voll ins Risiko gegangen, als er die Gespräche über ein Ende des Krieges in der Ukraine nach Berlin holte. Merz verfolgt drei Ziele in diesen Wochen: Europa im Spiel halten bei der Entscheidung über Krieg und Frieden auf dem Kontinent; einen endgültigen Bruch zwischen den USA und den Europäern verhindern; den Druck bei den Verhandlungen auf den Aggressor Russland zurückverlagern. Damit nicht genug: Auch in der Frage des in Europa eingefrorenen russischen Staatsvermögens geht Merz all-in. Er hat sich darauf festgelegt, dass es beim EU-Gipfel in dieser Woche gelingen müsse, diese Gelder der Ukraine verfügbar zu machen – gegen die Bedenken der Belgier, aber auch gegen die Interessen Trumps und Putins (die eigene Pläne mit den Milliarden haben). Wiederum ist der Erfolg nicht garantiert. Aber es verdient Respekt, wie Friedrich Merz sein politisches Kapital dafür einsetzt, dass Europa wieder zum Akteur wird, statt Trumps und Putins Großmachtpolitik bloß zu kommentieren.