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21.11.2025
20:01 Uhr
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Was die USA als Friedensplan für die Ukraine verstehen, ist für Russland ein großer Sieg – auch über die Nato. Die Ukraine kann das nicht akzeptieren.

Carlo Masala ist Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr in München. "Am Ende musste die Ukraine kapitulieren." So schrieb ich es im Januar 2025 in das Manuskript meines Buchs Wenn Russland gewinnt. Was der Auftakt zu einem fiktiven Szenario sein sollte, wird jetzt möglicherweise zur Realität. Die Unterhändler der USA und Russlands sollen sich auf einen Friedensplan mit 28 Punkten verständigt haben. Die Details werden wie so oft nach und nach bekannt. Während ich schreibe, weiß man noch nicht alles. Aber genug für eine Einschätzung dieses Plans. Und die kann nur lauten: Es ist ein neuer Versailler Vertrag – mit dem wichtigen Unterschied, dass diesmal nicht der Aggressor bestraft wird, sondern das Opfer, und der Aggressor belohnt wird. Es ist ein neues Münchner Abkommen, weil es dem Aggressor Appetit auf mehr machen wird und sogar die Voraussetzungen für künftige Aggression schafft.