Zeit 22.12.2025
15:07 Uhr

(+) Frauen in der Wissenschaft: Zu viele Karrieren brechen ab


Der akademische Betrieb sollte weibliche Vorbilder fördern und mehr Rücksicht auf Mutterschaft nehmen.

(+) Frauen in der Wissenschaft: Zu viele Karrieren brechen ab
Wenn ich die Fotos betrachte, die mein wissenschaftliches Leben dokumentieren, und an meine Mentoren denke, fällt mir besonders eines auf: der Mangel an Frauen. Und ich frage mich: Wie beeinflusst dieser Mangel den Werdegang, das Selbstvertrauen und den Mut der Wissenschaftlerinnen? Und vor allem, warum waren Frauen in meiner Karriere nicht zahlreicher vertreten? Heute sitzen an der ETH Lausanne in den Hörsälen häufiger Frauen, und die jungen Studentinnen, Doktorandinnen und Postdocs erzielen großartige wissenschaftliche Erfolge. Doch nach wie vor brechen viele Karrierewege zu oft ziemlich früh ab: Sei es, wenn es um die Frage geht, ob eine akademische Laufbahn eingeschlagen werden soll oder nicht; sei es beim Entscheid für oder wider einen Forschungsaufenthalt im Ausland; beim Annehmen eines befristeten Forschungsmandats nach dem Doktorat oder beim Einstieg in eine Professorenlaufbahn. In diesen Momenten scheinen Selbstzweifel, familiäre Verpflichtungen und Erwartungsdruck die Kandidatinnen besonders stark zu belasten.