Zeit 11.02.2026
18:24 Uhr

(+) Felix Neureuther: "Der eine große Baum rechts. Siehst du den?"


Kein anderes Skirennen wird von der Pistenbesichtigung mehr beeinflusst als der Super-G. Felix Neureuther hat der ZEIT auf der Olympiastrecke gezeigt, worauf es ankommt.

(+) Felix Neureuther:
"Siehst du die kleine Welle da?", fragt mich Felix Neureuther. Ich sehe sie natürlich nicht. "Das rechts neben dem Tor, das ist eine ganz kleine Mulde. Komm, da rutschen wir hin." Die Mulde ist winzig, nur ein geübtes Auge kann sie sehen. Aber wer sie übersieht, muss damit rechnen, dass schon hier oben gleich nach dem Starthaus ein Ski verschlägt. Die Mulde ist eines von Hunderten Details auf der zweieinhalb Kilometer langen Piste des olympischen Super-G. Der Super-G ist der zweitschnellste unter den Ski-Wettbewerben. Die Tore sind enger gesteckt als bei der Abfahrt, die Strecke kürzer. Vor der Abfahrt gibt es Trainingsläufe. Vor dem Super-G nicht. Riesenslalom und Slalom werden in zwei Durchgängen entschieden. Der Super-G nicht. Deshalb gibt es ein Rennen vor dem Rennen: die Besichtigung. "Du kannst in der Besichtigung alles gewinnen", sagt Neureuther. "Oder alles verlieren."