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22.01.2026
06:27 Uhr
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Manche Eltern halten Zucker und Zocken für Einstiegsdrogen – und reagieren mit radikalem Verbot. Doch die wissenschaftliche Evidenz ist komplex. Und die Kindheit kurz.

Nehmen wir an, ein fünfjähriges Kind säße Gummibärchen schmatzend vor einer Kinderserie. Der Blick starr, die Außenwelt vergessen, ein weiteres Gummibärchen wandert in den zuckerverklebten Mund – was löst dieses Bild aus? Aus Sicht des Kindes ist es vermutlich ein glücklicher Moment: Naschereien und Bildschirmzeit. Viele Eltern fragen sich indes: Wo endet das Glück, und wo muss Erziehung anfangen? Ab wann und wie Zucker und Bildschirmzeit die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen, wird heftig diskutiert – in Kommentarspalten, auf dem Spielplatz oder vor dem Schulhof. Dabei wird ordentlich ausgeteilt: "Ein ruhiges Kind vor dem Bildschirm ist kein glückliches Kind! Es ist nur still. Betäubt. Vollgepumpt", schreibt etwa eine Mutter auf Instagram. Eine reichweitenstarke Influencerin und selbsternannte Ernährungscoachin hält die Auffassung, ein bisschen Zucker schade doch nicht, für den "gefährlichsten Satz unserer Zeit". Eltern, deren Kinder öffentlich Bildschirmmedien nutzen oder Zuckerhaltiges essen, wird Bequemlichkeit, Leichtfertigkeit bis hin zur Vernachlässigung der Elternpflicht unterstellt.