|
26.11.2025
05:34 Uhr
|
Eigentlich wollten wir vieles anders machen. Doch plötzlich klingen wir wie unsere eigenen Eltern. Erziehen wir Kinder am Ende immer so, wie wir selbst erzogen wurden?

Neulich stand ich im Zimmer meiner zehnjährigen Tochter und rief: "Ich hol jetzt einen großen Müllsack und schmeiß alles weg." In diesem Moment klang ich genau wie meine Mutter. Auch sie wedelte, wenn ich nicht aufräumen wollte, mit einem blauen Sack und meckerte. Das wollte ich nie und frage mich: Erzieh ich meine Kinder am Ende doch so, wie ich selbst erzogen wurde? Wie viel an unserer Erziehung geschieht bewusst – und wie viel ganz automatisch? Besonders in stressigen Momenten tauchen die Muster aus der eigenen Herkunftsfamilie wieder auf. Wenn im Alltag mit den Kindern keine Zeit zum Nachdenken bleibt, rutschen sie raus, die Sprüche, die Floskeln. Warum das so ist, erklärt Leandra Vogt. Sie ist Pädagogin und Elternberaterin und hat das Buch Cycle Breaker – Für mein Kind mache ich es anders geschrieben. Zu ihr kommen Menschen, denen das nicht leichtfällt. Denn wir sind geprägt davon, was wir als Kind selbst erlebt haben.