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21.12.2025
14:01 Uhr
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Braucht es "ein Dorf", um ein Kind aufzuziehen? Viele Eltern fühlen sich alleingelassen. Dabei fehlt es nicht an Hilfen – es fehlt an fühlbarer Solidarität untereinander.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 51/2025. Als ich Mutter wurde, war ich auf alles vorbereitet – dachte ich. Auf Schlafmangel, Wäscheberge, ein schreiendes Baby. Aber niemand hatte mich gewarnt, wie laut die Stille sein kann, wenn man den ganzen Tag mit einem Säugling zusammen ist. Ich war nie allein – aber einsamer als je zuvor. Mehr noch: Wenn mein Mann und unsere Mitbewohnerin morgens die Wohnung verließen, bekam ich regelrecht ein Gefühl von Panik. Wie sollte ich die nächsten Stunden allein mit diesem Baby überleben? Ich zählte die Sekunden, die Minuten, die Stunden, bis endlich wieder jemand zu Hause war. Auch, wenn es "nur" unsere Mitbewohnerin war – hauptsache es war jemand da.