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22.01.2026
10:43 Uhr
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SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert für große Betriebe eine höhere Erbschaftsteuer. Die Unternehmerin Marie-Christine Ostermann sagt: Das kostet Arbeitsplätze.

DIE ZEIT: Frau Ostermann, die SPD hat eine Reform der Erbschaftsteuer vorgeschlagen, nach der Privatpersonen bis zu einer Million Euro und Unternehmen bis zu fünf Millionen Euro steuerfrei vererben dürfen. Sie sind selbst Unternehmerin: Ist das aus Ihrer Sicht fair und gerecht? Marie-Christine Ostermann: Es ist weder fair noch gerecht. Als Familienunternehmen gerade im Handel oder im produzierenden Bereich sind Sie mit Lagerhallen, Ware und Fuhrpark sehr schnell bei einem Unternehmenswert von über fünf Millionen Euro. Das Konzept der SPD würde also dazu führen, dass das produktive Betriebsvermögen besteuert würde und damit nicht mehr für die Wertschöpfung und die Sicherung von Arbeitsplätzen zur Verfügung steht. Es ist ja nicht so, dass das Geld einfach auf einem Konto liegt, es steckt im Unternehmen. Wir befinden uns in der größten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die Zahl der Insolvenzen steigt. Wir sollten von Maßnahmen absehen, die die Wirtschaft zusätzlich belasten.