Zeit 06.03.2026
12:11 Uhr

(+) Epstein Files: Der entfesselte Skandal


Die Epstein Files als kollektive Erfahrung: Informationen lassen sich nicht mehr kontrollieren. Echte Aufklärung und haltlose Spekulation liegen eng beieinander.

(+) Epstein Files: Der entfesselte Skandal
Es ist eine Szene, die wie unter einem Brennglas alles zeigt, ein viraler Hit, millionenfach angeklickt, auf Instagram, Facebook und anderen Plattformen zu sehen. Deepak Chopra, einer der bekanntesten Wellness-Gurus der USA, am Los Angeles International Airport, inmitten von hupenden Autos und flackernden Neonlichtern, einen Koffer hinter sich herschleifend, den Blick gesenkt, wie auf der Flucht. Jemand verfolgt ihn, filmt mit einem Smartphone, versucht ihm eine Stellungnahme zu den Epstein-Files abzuringen. Chopra, von einem Millionenpublikum über Jahrzehnte hinweg als spiritueller Lehrer verehrt, gehört zu denen, die sich mit Jeffrey Epstein auch nach seiner Gefängnisstrafe im Jahre 2008 austauschten, ihn in Finanzdingen um Rat fragten, sich mit ihm trafen, mit ihm korrespondierten. Einmal schrieb Chopra, der jede Verwicklung in den Missbrauch auf Twitter/X zurückweist, an Epstein, die Vorstellung von einem Gott sei bloß ein Gedankengebilde, ein Konstrukt. Aber "süße Mädchen" seien real.