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12.02.2026
08:54 Uhr
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Angeboren? Von der Natur gesegnet? Das Kurvengefühl der deutsch-schwedischen Skirennläuferin Emma Aicher lässt selbst Experten staunen. Wie macht sie das?

Ist das jetzt Bescheidenheit? Oder schon Arroganz? Vielleicht auch einfach nur die Wahrheit? Als Selbstbeschreibung jedenfalls steht auf Emma Aichers Instagram-Account: I nap and ski sometimes, ich mache Nickerchen und fahre manchmal Ski. Das Emoji dazu: eine Schnecke. Seit die 22-Jährige, geboren im schwedischen Sundsvall, innerhalb von zwei Tagen zwei Silbermedaillen gewonnen und dabei zweimal Gold um neun Hundertstelsekunden verpasst hat, fragen sich alle: Wie macht sie das? Und es stimmt ja: Ihr Slalomritt durch den Stangenwald bei der Teamkombination, mit dem sie sich und ihre Duopartnerin Kira Weidle-Winkelmann von Platz sechs auf zwei katapultierte, wirkte auf den ersten Blick total unspektakulär; kein Frontalangriff mit rasanten Schwüngen, sondern eher, nun ja, schneckengleich und irgendwie verschlafen. Ihre Konkurrentinnen legten sich wahnsinnig ins Zeug, sie fuhr einfach runter. Die Wahrheit aber stand auf der Uhr: 44,38 Sekunden, Tagesbestzeit, eine glatte Sekunde schneller als die beste Slalomfahrerin der Geschichte, die Amerikanerin Mikaela Shiffrin. In dieser Disziplin sind das Welten. Wie also macht Emma Aicher das?