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18.02.2026
18:13 Uhr
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Was braucht es für einen sicheren Schulweg? In Hamburg demonstrieren Eltern mit einem roten Teppich für einen Zebrastreifen – und stoßen auf Widerstand. Ein Ortstermin

Zwei Hexen stolzieren über einen roten Teppich, flankiert von einem Löwen. Diese Szene könnte sich bei der Premiere von Wicked: Teil 2 abspielen, tatsächlich ist es ein verschneiter Februarmorgen vor der Stadtteilschule Winterhude in Hamburg. Die Kinder sind für eine Karnevalsfeier verkleidet, der Teppich ist an manchen Stellen grau – dort, wo sich die Spuren von Autoreifen abzeichnen. Eltern haben ihn mitten über eine Straße gelegt, den Wiesendamm, um für die Einrichtung eines Zebrastreifens zu protestieren. Sein Sohn ist neun, besucht die dritte Klasse. Meist fährt er mit dem Fahrrad zur Schule – und muss genau hier die Straße überqueren. Rund 800 Autos passieren morgens diese Stelle, sagt Grauvogel, mehr als 13 pro Minute. Vor Unterrichtsbeginn queren dort etwa 300 Schülerinnen und Schüler die Fahrbahn. Grauvogel und seine Mitstreiter haben nachgezählt. Bezirksamt und Polizei sehen dennoch keinen Handlungsbedarf. In einer Stellungnahme bezeichnen sie den Übergang als "sicher und gut nutzbar".