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17.01.2026
18:40 Uhr
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Wenn Eltern die Beziehung zu ihren Kindern idealisieren, endet das nicht selten in herben Enttäuschungen. Denn in romantischer Liebe ist oft Egoismus verpackt.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 03/2026. Früher einmal gab es eine eher funktionale Sicht auf die Beziehungen in Familien. Kinder wurden der Altersversorgung wegen in die Welt gesetzt. Ehen wurden arrangiert, um die Erbfolge zu sichern. Heute aber spielen in der Familie oft romantische Fantasien eine Rolle, die man früher nur in Liebesbeziehungen verortet hätte. Die Romantik hat die Funktion besiegt: Zwar gibt es auch heute noch Gesellschaften, wo man der Meinung ist, dass Eltern am besten geeignet sind, verantwortungsvoll den Partner für eine lebenslange, produktive Beziehung ihrer Kinder auszusuchen. Doch normalerweise wird die Familiengründung an eine romantische Bindung geknüpft. Wenn Eltern sich einmischen, weht ihnen der Zeitgeist ins Gesicht.