Zeit 03.12.2025
14:50 Uhr

(+) Eltern-Kind-Beziehung: "Kinder sollen merken: Ich darf traurig, wütend oder ängstlich sein"


An einer schweren Kindheit tragen Menschen meist ein Leben lang. Doch nicht immer. Ein Gespräch mit der Resilienzforscherin Barbara Hanfstingl über innere Stärke

(+) Eltern-Kind-Beziehung:
Frage: Frau Hanfstingl, es gibt zahlreiche Definitionen von Resilienz. Was verstehen Sie darunter? Barbara Hanfstingl: Ich sehe Menschen dann als resilient an, wenn sie auch schwierige Lagen bewältigen und dabei weitgehend gesund bleiben. Manche würden von sich nicht einmal sagen, dass sie sich in einer belastenden Situation befinden. Auch auf körperlicher Ebene zeigen sie eine geringere Stressreaktion – etwa im Cortisolspiegel – und erholen sich zudem rascher wieder: Die Werte kehren in den Normalzustand zurück. Das ist für mich die verlässlichste Definition, weil sie messbar ist.