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31.01.2026
15:09 Uhr
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Samstag Kokstaxi, MDMA auf dem Festival, LSD am See: Mein Berliner Altbau-Milieu fordert gern, harte Drogen zu liberalisieren. Und verkennt die genetische Sucht-Lotterie.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 05/2026. Unterscheiden wir eigentlich noch zwischen harten und nicht so harten Drogen? Ich frage deshalb, weil früher in meinem Umfeld alles jenseits von Alkohol und Cannabis als hart galt. Heute ist es irgendwie normal, dass die Leute auf einer Party MDMA (früher hieß das Ecstasy und klang nach Neunziger-Netzhemd-ufz-ufz-ufz-Party) werfen, Keta schnupfen, am Samstagabend das Kokstaxi rufen oder sich Pilze und LSD für ihre Sommergartenparty besorgen. Wir könnten jetzt lange über die Milieus sprechen, in denen ich verkehre. Vielleicht kenne ich einfach zu viele Psychiater, die glauben, ihnen könne nichts passieren, weil sie ihre Hirnchemie so gut verstehen. Vielleicht habe ich mein Erwachsenenleben auch zu lange in den Clubstädten Leipzig und Berlin verbracht, ich kenne auch ein paar Hauptstadtjournalisten und sowieso Berlin, da ist ja alles Extreme normal.