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12.01.2026
10:27 Uhr
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Donald Trump lässt gegen den Chef der Notenbank ermitteln. Er will mit aller Macht niedrige Zinsen. Aber das dürfte nach hinten losgehen.

Es vergeht inzwischen kaum ein Tag ohne einen neuen Verstoß Donald Trumps gegen rechtsstaatliche Prinzipien, aber dieser hier könnte sich als besonders folgenreich erweisen. Das amerikanische Justizministerium hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Jerome Powell, den Chef der Notenbank Federal Reserve eröffnet, angeblich wegen des Verdachts, den Kongress belogen zu haben über die Kosten der Renovierung der Bankzentrale in Washington. Die Kosten dieser Renovierung werden aktuellen Schätzungen zufolge über den zunächst veranschlagten liegen, aber das ist bei Bauprojekten nicht ungewöhnlich. Es gibt bislang keine Indizien für einen Betrug. Der eigentliche Grund für das historisch einmalige Vorgehen gegen einen Spitzenbeamten dürfte ein ganz anderer sein: Trump hat sich wiederholt beschwert, dass Powell die Zinsen nicht schnell genug senkt und deshalb mehrfach mit der Absetzung des Notenbankchefs gedroht. Das geht aber nicht so einfach, denn die Federal Reserve ist – wie die meisten Zentralbanken in den großen Industriestaaten – eine unabhängige Institution. Sie orientiert sich in ihren Zinsentscheidungen allein an Wirtschaftsdaten und ökonomischen Theorien.