|
07.03.2026
17:32 Uhr
|
Ein Mann wird Beamter seines eigenen Verfalls: Robert Menasses Novelle "Die Lebensentscheidung" kreist um den Tod als letztes Projekt.

Diese Novelle sollte mit einem Warnhinweis in die Läden kommen: Achtung, hoher Ernüchterungsfaktor. Bei Hang zur Selbstverkennung und Tatsachenleugnung nicht zu empfehlen. Es ist ein radikales Buch, gerade weil es im Ton lässig gehalten ist und das beschriebene Szenario ohne Exzentrik, Abenteuer oder sonstige dramaturgische Volten auskommt. Einfach ein EU-Beamter, der die Nase voll hat vom verwalteten Leben, der in Frührente gehen und noch ein bisschen leben will, wie man so sagt. Und dann erhält er die Diagnose Krebs. Lebenserwartung: vielleicht noch ein halbes Jahr.