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25.11.2025
17:33 Uhr
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Es braucht keine Brandmauer, die Lobbyisten das Gespräch mit der AfD verbietet. Gerade sie müssen der Partei klarmachen, warum sie inakzeptabel als Koalitionspartner ist.

Mit erheblicher Verspätung hat die deutsche Publizistik gemerkt, dass ein weiterer Stein in der Brandmauer zur AfD weggebrochen ist. Bereits im Oktober hat der Wirtschaftsverband "Die Familienunternehmer" Vertreter der AfD zum Parlamentarischen Abend eingeladen, darunter den AfD-Spitzenkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm. Nun ist in Politik und Wirtschaft die gespielte Empörung groß. Die Deutsche Bank will dem Lobbyverband künftig keine Räume vermieten, und von den demokratischen Parteien hagelt es Kritik. Aber erstens kann man kaum glauben, dass im politischen Dorf Berlin niemand etwas von der Veranstaltung gleich neben dem Brandenburger Tor gewusst hat. Man nahm es offensichtlich hin. Denn zweitens hat die Präsidentin des Verbands, Marie-Christine Ostermann, recht: "Das Überbieten mit immer heftigeren Antifa-Parolen hat nichts gebracht." In Mecklenburg-Vorpommern, wo nächstes Jahr gewählt wird, steht die AfD in Umfragen bei 38 Prozent und ist mit Abstand stärkste Partei; in Sachsen-Anhalt, wo ebenfalls 2026 gewählt wird, stehen die Rechtspopulisten sogar bei 40 Prozent. "Jetzt hilft nur noch die Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD, jenseits von schlichten Kategorisierungen in 'gut' und 'böse'", so Ostermann.