Zeit 18.02.2026
16:23 Uhr

(+) "Die Blutgräfin" auf der Berlinale: Herrlich, wie die Zahnderl beißen!


Die große Schauspielerin Isabelle Huppert sucht als Wiener "Blutgräfin" die Berlinale heim. Der Film von Ulrike Ottinger ist eine prominent besetzte Geisterbahnfahrt.

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Was behält der Besucher der Berliner Filmfestspiele atmosphärisch in Erinnerung? Im vergangenen Jahr war es der Neuschnee, in dem die Schritte weich versanken; man befand sich in einer schallgedämpften Stadt, die Einwohner holten ihre Schlitten aus den Kellern und rodelten kleinste Aufschüttungen hinab. Dieses Jahr ist es das Streugut, das nach der Schneeschmelze den Ton setzt: Ganz Berlin scheint zu knirschen, ausnahmsweise aber nicht mit den Zähnen. Schrot, Korn und Splitt finsterer Wintertage malmen unter den Schritten. Man hat den Eindruck, auf Patronenhülsen und Gewehrkügelchen einer archaischen Schlacht zu wandeln – oder im Kies eines Urstromtals. Jedenfalls fühlt man sich nicht wie in einer zukunftsfrohen Stadt, sondern eher wie in einer, die sich der Vergangenheit ergeben hat.