Zeit 27.12.2025
17:06 Uhr

(+) Dekabristenaufstand 1825: Showdown in Sankt Petersburg


Vor 200 Jahren wollten Dekabristen den russischen Staat umbauen. Sie rebellierten gegen den Zaren, scheiterten und wurden zu Volkshelden. Nun macht Putin gegen sie mobil.

(+) Dekabristenaufstand 1825: Showdown in Sankt Petersburg
Die neuesten Staatsfeinde Russlands sind schon fast zwei Jahrhunderte lang tot. Putins Justizminister nennt sie "Subjekte ausländischen Einflusses", Putins Kulturbeauftragter sagt, sie seien "Verbrecher" gewesen. Am Rande der Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg ehrt diese "Verbrecher" sogar noch ein Denkmal. Schmutzstreifen verunzieren den Obelisken aus Naturstein, Gras wuchert am Sockel empor. Alle anderen Denkmäler in der Gegend sind wohlgepflegt. Welches Problem hat Wladimir Putin mit diesen Toten? Die Dekabristen von 1825 waren hohe Gardeoffiziere, adlige Spitzenbeamte, Intellektuelle von Format. Sie rebellierten gegen Zar Nikolaus I. und wurden zu Volkshelden. Alexander Puschkin hat sie besungen, man hat Straßen nach ihnen benannt, Denkmäler zu ihren Ehren errichtet, russische und sowjetische Herrscher haben sie posthum dekoriert. Die Dekabristen hatten große Ideen zum Staatsumbau. Dass sie scheiterten, förderte nur ihren Ruhm. In der kurzen, traurigen Geschichte der russischen Reform- und Demokratie-Bewegungen sind sie Giganten. In Putins Russland werden sie nun zu kleinen Gaunern geschrumpft.