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27.02.2026
10:31 Uhr
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Die wegen Gaza so zerstrittene Berlinale hatte auch ein schönes Ende, das neue eines Films über zwei Brüder. 738 Tage lang hatte die Hamas David von Eitan Cunio getrennt.

Ein gutes Ende zu finden, ist verdammt schwer. Die meisten Autoren zerbrechen sich den Kopf über den ersten Satz, ein Knall, Erdbeben, ein Paukenschlag, wenigstens ein Triangeltupfer sollte es sein! Dabei ist es eigentlich leichter, einfach loszubehaupten. Aber die Verantwortung bis zum letzten Satz zu tragen, bewusst zu entscheiden, wie die Erzählung ausklingt, weich, hart, poetisch, lustig, tonlos, hallend? Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet diese Berlinale uns mit dem schönsten, berührendsten Epilog entlässt? Diese 13 Jahre währende zehrende Geschichte beginnt leise: Schon wie die zwei da sitzen beim Casting. Einander spiegelnd, den rechten Arm jeweils um sich geschlungen, der Kopf leicht schief, schauen sie neben die Kamera, zum Regisseur Tom Shoval. Der fragt, ob sie sich als Zwillingsbrüder ohne Worte verstehen würden? Ja, sie bräuchten sich nur anzusehen und wüssten, was los ist, antworten die Brüder. "Wie Telepathie". Shoval sucht nach einem Zwillingspaar für seinen ersten Film Youth.