Zeit 27.12.2025
12:58 Uhr

(+) Datenschutz: Warum wir uns immer bereitwilliger überwachen lassen


Es gab eine Zeit, da gingen Tausende gegen Überwachungspläne der Bundesregierung auf die Straße. Und heute? Ist das vorbei. Weil sich etwas Grundlegendes verschoben hat.

(+) Datenschutz: Warum wir uns immer bereitwilliger überwachen lassen
Wer sich anschaut, wie leichtfertig Deutschland und Europa derzeit mit Überwachungsplänen um sich werfen und Datenschutzgesetze lockern wollen, kann Orwellsche Panik bekommen. Als wären unsere Daten im Digitalen – die viel über uns verraten, von unseren sexuellen Vorlieben bis hin zu unseren Depressionen – nicht ohnehin beliebte Sammelstücke unter Konzernen, Behörden und anderen Akteuren, will die europäische Politik die Datensammelei nun sogar noch weiter vereinfachen. Unter dem Schlagwort Omnibus dreht die Europäische Union (EU) derzeit zentrale Errungenschaften der Datenschutzgesetzgebung zurück, die uns eigentlich mehr Macht über unsere Daten ermöglichen sollten. Mit der Software von Palantir könnten deutsche Ermittlungsbehörden bald weitreichende Analyse- und Überwachungsmöglichkeiten erhalten – über die Plattform eines US-Unternehmens also, dessen Chef die Kritik daran hierzulande de facto als "idiotisch und strategisch falsch" abtut. Jetzt soll auch noch die Vorratsdatenspeicherung zurückkehren, das Prinzip, dass IP-Adressen flächendeckend, also auf Vorrat, für drei Monate gespeichert werden. Von potenziell allen. Und das, obwohl entsprechende Regelungen bereits vor Jahren von höchstrichterlicher Seite für rechtswidrig erklärt wurden. Und, ach ja, alte Forderungen wie die Klarnamenpflicht im Netz haben plötzlich auch wieder Befürworterinnen.