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16.12.2025
11:16 Uhr
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Der Historiker Volker Weiß kennt die Tricks, mit denen AfD oder BSW Geschichte zersetzen. In seinem Buch "Das Deutsche Demokratische Reich" seziert er diese Erzählungen.

Die landesübliche Kulturkampf-Folklore, leicht abgestanden, aber stets gern genommen, geht ungefähr so: "Die Linksgrünen, genannt die Woken, sind die Pest. Sie predigen Toleranz, aber nageln ihre Kritiker ans Kreuz. Was darf man eigentlich noch sagen?" Mitunter flattert dann ein kleiner unschuldiger Nachsatz hinterher: "Selbst in der DDR fühlte man sich freier." Das Anhängsel ist ein Musterbeispiel dafür, wie rechte Influencer versuchen, die Sprache zu manipulieren und historische Tatsachen zu verfälschen. Großer Beliebtheit erfreut sich die Phrase vom "schönen Osten"; damals war die Welt noch in Ordnung, die Menschen konnten frei atmen und wurden vom woken Diskursterror verschont. Probleme im DDR-Stadtbild waren unbekannt, es gab weder Migranten noch Gendersterne. Glückliche Fleischesser knatterten auf Simson-Mopeds durch wogende Weizenfelder, kein linkes Lastenfahrrad kam ihnen in die Quere. Mit einem Wort: Der Osten war der bessere Westen.