Zeit 21.12.2025
12:15 Uhr

(+) Crack in der Schweiz: "Nach zehn Sekunden wollte ich mehr"


Die Schweizer Drogenpolitik galt einst als Vorbild. Doch bei Crack greifen die alten Konzepte nicht. Nun testet Luzern neue Ideen – und die nächste Gefahr wartet schon.

(+) Crack in der Schweiz:
Sie eilen hin und her, rauf und runter, rein und raus. Sie sind ausgezehrt, die Gesichter fahl, die Augen eingefallen. Sie haben gekrümmte Rücken, offene Wunden oder Beulen, scannen nervös die Gegend, reden laut und aggressiv. Die Menschen, die an diesem frühen Nachmittag vor der Gassenküche in Luzern herumtigern, haben nur eines im Kopf: das nächste Steinchen. Crack. Seit drei Jahren breitet sich das mit Natron abgekochte Kokain in der Schweiz rasant aus. Die Droge wird in einer Pfeife geraucht, macht atemberaubend schnell abhängig – und richtet ihre Konsumenten genauso schnell zugrunde. Nicht nur Zürich, Genf oder Basel sind von der Crack-Epidemie betroffen. Auch in kleinen und mittelgroßen Schweizer Städten haben sich offene Crack-Szenen gebildet: im Stadtpark von Chur ebenso wie beim Neumarkt in Brugg oder am Bahnhof von Luzern. In der lokalen Presse heißt die Leuchtenstadt inzwischen "Crack City". Die Abhängigen betteln und pöbeln mitten in der Stadt, sie stehlen und schaffen an. Zurück bleiben Müll und Fäkalien.