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02.12.2025
12:52 Uhr
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Wladimir Putin beobachtet genau, wie Deutschland in seinem hybriden Krieg reagiert, sagt die Militärexpertin Claudia Major. Für sie ist die Antwort klar: nie Opfer sein.

Wenn in der Ukraine tatsächlich ein Waffenstillstand käme – was wäre dann mit dem hybriden Krieg? Drohnen, Cyberangriffe und Desinformation gegen Europa lassen Begriffe wie "Frieden" und "Krieg" verschwimmen. Die Politikwissenschaftlerin Claudia Major zählt zu den relevanten Stimmen der deutschen Strategiedebatte. Hier erklärt sie Putins Denkmuster und warum Eskalation kein Schreckgespenst ist. DIE ZEIT: Frau Major, ab wann herrscht eigentlich Krieg? Claudia Major: Erst mal gilt die völkerrechtliche Definition: Klassisch ist es ein organisierter, gewaltsam ausgetragener Konflikt zwischen Staaten oder Gruppen. Krieg beginnt mit einer Kriegserklärung. Krieg heißt, mit militärischen Mitteln eine politische Frage zu klären, also dem Gegenüber seinen Willen aufzuzwingen. Das ist der Ansatz von Clausewitz, dass Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist. Aber Staaten zwingen anderen ihren Willen auch zunehmend auf, indem sie unterhalb der Schwelle militärischer Gewalt operieren.