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30.11.2025
14:35 Uhr
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Warum uns das Schweizerdeutsch egal ist – und gleichzeitig am Herzen liegt. Ein Gespräch mit Christoph Landolt, dem Chefredakteur des Regionalwörterbuches: dem Idiotikon.

DIE ZEIT: Herr Landolt, jede Woche verschicken wir aus dem Schweizer Büro der ZEIT einen Newsletter. Er heißt "Grüezi! ... and hello world!", doch das Wort "Grüezi" verärgert manche so sehr, dass sie den Newsletter wieder abbestellen. Kürzlich hat uns ein Leser geschrieben: "Ihr Grüezi geht mir auf die Nerven!" Christoph Landolt: (lacht schallend) ZEIT: Was ist los mit diesem Wort "Grüezi"? Landolt: Ich gehe davon aus, dass dieser Leser an einem Ort wohnt, wo man nicht "Grüezi" sagt: In der Innerschweiz oder in Basel, da sagt man "Guete Tag", etwas weiter westlich heißt es "Grüessech". In den unterschiedlichen Ausdrucksweisen wird ein Ost-West-Gegensatz deutlich. Ich kann mir also vorstellen, dass sich Ihr Leser durch Ihr "Grüezi" von Zürich vereinnahmt fühlt.