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28.05.2026
04:55 Uhr
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In China muss Wirtschaftsministerin Reiche feststellen, dass das Land Deutschland um Jahre voraus ist – mit unfairen Methoden. Klappt bewundern und kritisieren zugleich?

Hier, in einer Nische im Foyer des wohl mächtigsten Handelsministeriums der Welt, huldigt China in großen Fotografien der Geschichte seiner Handelsabkommen. Den Serienauftakt macht ausgerechnet ein Bild aus dem Jahr 1993, als China noch zweistellige Wachstumsraten verzeichnete: Der damalige Vizepremier Li Lanqing und der deutsche FDP-Wirtschaftsminister Günther Rexrodt, später bekannt für eine absurd hohe Zahl an Nebenjobs, gratulieren sich zu neuen Kooperationsabkommen. Einen Stock höher nimmt die aktuelle Wirtschaftsministerin an einer irrwitzig langen Tafel Platz, um mehr als 30 Jahre später erneut Kooperationsmöglichkeiten auszuloten – nur unter komplett neuen Ausgangsbedingungen. Die glorreichen Neunziger Jahre mit zweistelligen Wachstumsraten in China sind längst vorbei. Das Land hat sich inzwischen zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt hochgearbeitet. Katherina Reiche sitzt jetzt Handelsminister Wang Wentao gegenüber, ein enger Vertrauter von Staatschef Xi. Wang klagt schon nach wenigen Minuten über den neuen Protektionismus der EU, schließlich sollen ab Juli neue Schutzzölle in Kraft treten.