Zeit 22.02.2026
07:24 Uhr

(+) Cem Özdemir: Schafft er es doch noch?


Cem Özdemir will für die Grünen endlich mal wieder eine Wahl gewinnen. Dafür setzt er auf antigrüne Rhetorik – und einen längst Verstoßenen.

(+) Cem Özdemir: Schafft er es doch noch?
Schwesterpartei. So nennt Cem Özdemir nun also die Grünen. Und zwar nicht im kleinen Kreis, sondern auch auf meist gut gefüllten Wahlkampfveranstaltungen. Und er meint damit genau die Partei, in der er seit 45 Jahren Mitglied ist, für die er als erster türkischstämmiger Deutscher in den Bundestag und später ins Europaparlament einzog. Deren Vorsitzender, Spitzenkandidat und auch Bundesminister er in seiner langen politischen Karriere schon einmal war. Schwesterpartei. Das ist ein schiefes Bild, keine Frage. Denn die gibt es ja – anders als bei der Union – bei den Grünen gar nicht. Die Botschaft aber ist trotzdem sonnenblumenklar: Özdemir scheint fest überzeugt zu sein, dass er nur dann Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Nachfolger des bei den Grünen fast legendären, weil 15 Jahre lang regierenden Winfried Kretschmann werden kann, wenn er seine Distanz zu den eigenen Leuten derart überdeutlich herausstellt. So sehr, dass sie fast wie Abneigung klingt. "Wir dürfen den Leuten nicht mit dem Hinterteil ins Gesicht springen", ist auch so ein Satz, der bei Özdemir öfter fällt. Wessen Hinterteil er meint? Klar, das der angeblichen Schwesterpartei.